Die Vermehrung der Karnivoren findet über Samen (generative Vermehrung), Stecklinge (vegetative Vermehrung) und über die Teilung (vegetative Vermehrung) statt.

Die Vermehrung durch Samen wird als generative Vermehrung bezeichnet.
Damit eine Vermehrung der Karnivoren durch Samen überhaupt stattfinden kann, muss die Pflanze Blüten bilden. Das geschieht jedoch nur dann, wenn sie an ihrem Standort alle Voraussetzungen für ihr Wachstum vorfindet.

Die Bestäubung der Pflanze übernehmen kleine Fliegen, die der Karnivore allerdings auch als Nahrung dienen. Damit die Fliege nicht versehentlich während der Bestäubung gefangen wird, wachsen die Blüten an sehr hohen Blütenstielen, und überragen die Pflanze beträchtlich. So ist die Chance auf eine Bestäubung durch die „Beute“ größer.

Nach der Blütezeit vertrocknen die Blüten, und auch die Stiele verdorren. So fallen die Samen schließlich aus den Kapseln. Bei einigen Karnivorenarten ist der Samen so fein, so dass er mit der Hand nur schwer vom Erdreich aufzulesen ist. Deshalb ist es ratsam, den gesamten vertrockneten Blütenstiel abzuschneiden, bevor die Samen zu Boden fallen.

Der Samen kann für kurze Zeit gelagert werden, wenn er kühl trocken und dunkel aufbewahrt wird. Der Kühlschrank ist ein guter Aufbewahrungsort. Zu bedenken ist, dass der Samen bei einer zu langen Lagerzeit seine Keimfähigkeit verlieren kann.

Soll die Vermehrung durch Samen vorgenommen werden, wird dieser auf feuchten Torf gestreut und an einen hellen Standort platziert. Da Karnivoren Lichtkeimer sind, darf der Samen auf keinen Fall mit Torf abgedeckt werden. Bereits nach wenigen Wochen haben sich aus den Samen kleine Pflanzen entwickelt.