Von fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren) geht eine große Faszination aus, der sich kaum jemand entziehen kann, denn fleischfressende Pflanzenbenötigen tatsächlich Fleisch, nämlich das Fleisch von Insekten und Spinnen. Allerdings fressen sie es nicht im herkömmlichen Sinne, sondern zersetzen und verdauen es und ziehen hauptsächlich Stickstoff aus ihrer Beute, denn diesen benötigen sie für Wachstum, Blüte und Vermehrung. Diese einzigartigen Pflanzen werden auch Karnivoren oder Insektivoren genannt und sind mit speziellen Organen ausgerüstet, die es ihnen ermöglichen, Mücken, Fliegen, Ameisen oder Spinnen zu fangen.

Über 1000 verschiedene Arten sind mittlerweile bekannt, die wiederum in Familien und Gattungen unterteilt werden, und es kommen immer noch neue Arten hinzu. Im Grunde sind fleischfressende Pflanzen ganz normale Pflanzen, denn sie besitzen grüne Blätter, entwickeln hübsche Blüten, benötigen Sonnenlicht und Wasser und vermehren sich. Die vielen verschiedenen Arten stellen allerdings individuelle Ansprüche an ihren Lebensraum. Doch bei angemessener Pflege wachsen sie üppig und gedeihen prächtig, wenn sie nicht gerade Insekten „fressen“.

Dieser Aspekt lässt häufig ein etwas unheimliches Gefühl aufkommen. Doch wer sich erst einmal mit fleischfressenden Pflanzen beschäftigt und sich ihnen vorsichtig annähert, wird sehr schnell von ihrer Ausstrahlung und ihrer Einmaligkeit begeistert sein und sich der Faszination ihrer geheimnisvollen Lebensform nicht entziehen können. Fleischfressende Pflanzen sind genügsam und wachsen dort, wo eigentlich kaum noch etwas wachsen kann. Aufgrund ihrer Möglichkeit, lebende Beute zu fangen, um aus ihnen Kraft und Energie für Blüte und Vermehrung zu ziehen, sind sie in der Lage, für sich selbst zu sorgen und lange zu überleben.